San Francisco – Californien, USA

San Francisco – von den Amerikanern auch respektvoll als „The City“ benannt, trägt seinen Namen aus vollem Verdienst. Viele Städte habe ich schon gesehen, aber bei keiner gab es eine solche Berg- und Talfahrt – sowohl im geographischen Sinn, als auch durch die Klassen und Kulturen der Gesellschaft. In enger Nachbarschaft lebend findet man Konservatitvität, Erfolg, Freigeist, Absürze und Lebenslust. Bunt und gewollt unstrukturiert präsentiert sich San Francisco in jeder Ecke und genau das treibt die Aufregung und den Reiz nach oben diese Stadt zu erkunden.

Unseren ersten Abend dort starteten wird mit einem Baseballspiel: Phillies gegen die Giants. Und selbst wenn ihr keine begeisterten Baseballfans seid und/oder die Regeln euch nicht vollkommen vertraut seid – verpasst nicht diese Stimmung! Gerade das AT&T-Stadion mit seiner direkten Lage am Meer hat ein ganz eigenes Flair, welches uns allein dadurch schon deutlich wurde, als einem, ins „Aus“ geschlagenen, Baseball ein Fan direkt ins Meer hinterher sprang. Ihr glaubt ich flunkere? – Seht selbst:

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Wahre Fans springen auch kurzer Hand ins Meer für einen Baseball 😉

Was mir auch sehr zugesagte, ist, dass ihr selbst Essen und Getränke mit ins Stadion bringen dürft. Und bei Preisen wie beispielsweise $ 12 für ein Bier ist das doch eine Überlegung wert. Und davon ab: das ist doch mal ein Picknick-Ambiente! Kleiner Tipp noch von Frau zu Frau: zieht euch auch im Sommer warm an! 😉

Je nachdem wo eure Unterkunft in San Fran liegt könnt ihr viele Teilbereiche der Stadt zu Fuß erkunden. Besonders schön ist es an den Häfen und Piers entlang zu schlendern. Wenn ihr donnerstags oder samstags dort seid findet ihr im Ferry Building Markt Place einen Markt mit frischem Obst, Gebäck, Lavendel (die Amerikaner haben, wie es scheint, eine Schwäche für Lavendel, die ich absolut nachvollziehen kann!) und vielen anderen Leckerein und skurillen Figuren, sowohl auf zwei, als auch auf vier Beinen. 😉 Weitere „Vierbeiner“ und zwar an guten Tagen eine ganze Horde davon findet ihr am Pier 39: Stege, kaum mehr sichtbar durch all die, sich tümmelnden, Seelöwen. Wir hatten leider das Pech, keinen einzigen zu erwischen, aber schaut doch mal selbst vorbei – vielleicht habt ihr mehr Glück! Wen es, wie uns auch, ebenso in die „abgelegen Viertel“ der Stadt treibt, wie beispielsweise das  alternativ angehauchte Mission District mit StreetArt-Kunstwerken, lockeren Cafés und vielen gemütlichen, von jungen Leuten gerne besuchten Grünflächen, der sollte auf ein MUNI-Ticket zurückgreifen. Allerdings gibt es diese Tickets nur an verschiedenen Stellen in der Stadt und sind nicht in jedem öffentlichen Verkehrsmittel zu erwerben. Kümmert euch also früh genug darum.  (https://www.sfmta.com/) Und wo wir gerade dabei sind: worum ihr euch als Allererstes kümmern müsst ist eure Unterkunft. Die Nachfrage ist bedeutend höher als das Angebot. Dementsprechend solltet ihr eure Ansprüche deutlich runterschrauben oder hohe Preise in Kauf nehmen. Ich persönlich lege keinen gesteigerten Wert auf eine gehobene Unterkunft: eine Dusche, ein Bett und halbwegs sauber – that’s it. Aber selbst das war schwer zu finden. Letztlich landeten wir im Europa Hotel/Hostel, aber ob ich euch das wirklich empfehlen soll? Ich denke eher nicht 😉 Zumal die ein oder anderen unter euch dem direkt benachbarten Rotlicht-Milieu nicht besonders positiv gegenüberstehen werden – wir empfanden es eher als humorvolle Einlage 😉 Eine überdeutliche Empfehlung geht allerdings an den benachbarten Pizzaladen. Probiert unbedingt die Pesto-Pizza! Mehr brauche ich an dieser Stelle nicht zu erwähnen, überzeugt euch selbst!

Das Must-Have San Franciscos ist – natürlich – die Golden Gate Bridge. Mit einer Gebühr von rund $7 dürft ihr sie mit dem Auto überqueren und könnt auf der gegenüberliegenden Seite der Stadt vom Battery Spencer aus ein Postkartenmotiv erhaschen. Auf eurem Rückweg über die weltbekannte Brücke werden wiederum $7 fällig, wobei ihr anschließend mit einem umwerfenden Blick auf die Golden Gate vom Baker Beach aus belohnt werdet. Wem es zu lästig ist, ständig die Gebühren bar zu zahlen, der kann das sog. „Toll collect“-System verwenden. Achtet nur darauf, dass ihr die Gebühren innerhalb von 48h per Kredtikarte online beglichen werden müssen, sonst erwartet euch bei eurer Ankunft in Deutschland eine saftiges Mitbringsel (und nein, ich spreche nicht aus eigener Erfahrung 😉 ).

Für mich ein weiteres Muss auf eurer San Francisco-Bucket-List: Alcatraz! Auch hier solltet ihr euch mit der Buchung der Tickets beeilen. Insbesondere die Nacht-Touren sind sehr beliebt und dementsprechend früh (meist drei Monate im Voraus) ausgebucht. Den Aufenthalt auf der Insel tagsüber könnt ihr solange gestalten, wie ihr möchtet und ihr könnt euch dort frei bewegen. Bei Belieben steigt ihr einfach in die nächste Fähre zur Überschiffung auf’s Festland ein. Und wer, wie ich, nicht allzu seetauglich ist, der braucht bei dieser kurzen Überfahrt keine Bedenken zu haben – es dauert nicht einmal eine halbe Stunde und das Meer ist ganz ruhig.

Also los geht’s: http://www.alcatrazcruises.com/

Wir haben in einer halben Woche soviel erlebt in dieser atemberaubenden Stadt, dass es mir schwer fällt, das alles in seiner kompletten Fülle für euch niederzuschreiben. San Francisco hat einfach einen ganz eigenen Charme und ich denke, ihr werdet ihm entweder von Beginn an erlegen sein oder euch weiter auf den Weg machen. Ganz egal wie, was am Anfang eures Aufenthaltes dort ein ganz hilfreicher Tipp sein dürfte: verschafft euch einen Überblick! Und wie geht das am besten? Ab nach oben! Rauf geht’s auf die Twin Peaks: hier erwartet euch San Francisco im Panorama-Format. (Kleiner negativer Beigeschmack: Vorsicht hier sind viele Diebe unterwegs!)

Für mich persönlich waren zwei berühmte Straßen in San Fran mitunter die Highlights unserer Tage dort: die Lombard Street und die Filbert Street. Die beiden, fast benachbarten, Straßen sind einerseits weltberühmt und mit Menschenmassen und Touristen übersäht (Lombard Street) und andererseits relativ unbekannt und frei von jeglichem, touristischem Interesse (Filbert Street). Erstgenannte schlängelt sich einen steilen Berg von der Hyde Street hinunter zur Leavenworth Street (übrigens habt ihr von hier aus auch einen schönen Blick auf Alcatraz). Die nahe gelegene Filbert Street – mit 31,5 %-Steigung, die steilste Straße der Welt – hatte für mich noch eine extra Portion Charakter. Ob es an den fehlenden Touris oder an der anspruchsvollen Aufgabe lag, die Beifahrertür des parkenden Autos entgegen der Schwerkraft wieder zu zuziehen, bleibt eine offene Frage. Diese beiden Straßen hinunter zu fahren – das dürft ihr euch einfach keinesfalls entgehen lassen! Okay?

Spätestens an diesem Punkt werden auch die Cable Cars euren Weg kreuzen. Es gibt eine handvoll Verbindungen innerhalb der Kernstadt, die euch die Möglichkeit bieten auf die Cable Cars zurückzugreifen. Innerhalb der Sommermonate müsst ihr allerdings mit Wartezeiten von zwei bis drei Stunden rechnen und zudem wachsen die Preise für deren Fahrten von Jahr zu Jahr. Wenn ihr also nicht auf eine Fahrt verzichten wollt: seid früh an. Uns hat Anschauen genügt. 😉

Wie ihr schon seht: in San Francisco könnt ihr einiges erleben! Packt euch ein paar Nerven für die Staus der zuführenden Brücken ein und schon könnt ihr jeglichen Stress abwerfen. In San Francisco ist definitiv für jeden von euch etwas dabei. Eine perfekte Symbiose aus verrückt und phänomenal. Ich hätte noch soviel mehr Details abtippen können, dass es weitere Seiten gefüllt hätte und mit Sicherheit hole ich das irgendwann nach, denn wie heißt es so schön heißt: das Beste kommt zum Schluss! 😉

Ps: Denkt an die Pesto-Pizza! 😉

Ich hoffe, ich konnte euch von San Francisco genauso begeistern, wie ich es bin und wünsche euch in meinem nächsten Blog viel Spaß mit Fès, Marokko.

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Fès, Marokko
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San Francisco
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AT & T-Park – Baseball
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Phillies vs Giants
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Phillies vs Giants
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😉
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DER Pizzaladen! Unscheinbar aber gut!
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Pesto-Pizza
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…und er war nicht der einzige, der so durch San Franciscos Straßen gefahren ist 😉
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Ferry Building Market Place Besucher
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Schlendert am Hafen entlang
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Chinatown – um die Ecke lag unsere Unterkunft: Tag und Nacht was los!
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Mission District
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Cable Cars
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Filbert Street
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Blick zum Baker Beach
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Golden Gate Bridge
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Alcatraz – Broadway
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Alcatraz
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