Insel Mljet, Kroatien – EUROPA

Wenn ich an Kroatien denke fallen mir viele schöne Bilder ein: kristallklares Wasser, verlassene Strände, angekettete Fischerboote – paradiesische Küstenlandschaften inmitten Europas.

Als wir nach unserer zweiwöchigen Rundreise wieder zuhause ankamen, fragten uns viele Freunde, was uns am besten gefallen hätte. Neben den Plitvicer Seen (über die ich auch noch berichten werde 😉 ) waren wir uns immer einig: die Insel Mljet. Jetzt fragt ihr euch: wie ist sie gerade auf Mljet gekommen? Wieso nicht etwas populäreres wie Brac, Hvar oder andere große Touristenziele? Genau deshalb! Ehrlich gesagt mag ich es ab und an etwas abseits vom Schuss zu sein und kleine unbekannte Perlen zu entdecken und zu genießen. Mljet war ein traumhaftes Ziel: es gilt als die grüne Insel Kroatiens und das absolut berechtigt. Gerade einmal 700 Einwohner benennen diese Insel als ihr Zuhause. Es geht bergauf und bergab auf teilweise so schmalen Straßen, dass ihr bei 200 Höhenmetern und fehlender, jeglicher Straßenabsicherung stets darauf hofft, dass kein entgegenkommendes Auto euren Weg kreuzt. Ein kleines, unschätzbares Paradies.

Unser viertägiger Aufenthalt im kroatischen Grün wäre allerdings weitgehend weniger attraktiv gewesen, wenn wir nicht diese  – ich kann es nicht anders in Worte fassen – perfekte Unterkunft gebucht hätten. Kennt ihr AirBnb-Wohnungen? Ich habe schon vielen Freunden und Bekannten davon erzählt und war immer wieder überrascht, wie unbekannt diese Website immer noch ist. Also falls sie euch ebenso noch nicht bekannt ist, schaut mal rein: http://www.airbnb.de . Ich bin schon seit einiger Zeit dort angemeldet und habe schon einige Unterkünfte darüber gebucht. Mein absoluter Favorit, war aber diese auf Mljet: https://www.airbnb.de/rooms/4985645 . Luka und Lucija haben wirkliche Freude daran, euch zu begrüßen, herzlich willkommen zu fühlen und stets parat zu stehen, wenn Hilfe oder Not am Mann ist. Luka ist ein eingefleischter, Fischerei-verrückter Kroate, der zwar kaum Deutsch oder Englisch versteht, aber dafür mit Sympathie glänzt. Lucija ist eine durch und durch warmherzige Person, die stets darum bemüht ist, dass man sich wohl fühlt und den Aufenthalt in vollen Zügen genießen kann. So erhielten wir beispielsweise den Tipp bei dem Kauf der Eintrittskarten des Nationalparks der Insel zu erwähnen, dass man mehrere Tage auf der Insel verbringt. Dadurch wurde kostenfrei der Eintritt auf eine Woche verlängert. Ihr findet bei dieser Unterkunft nicht nur einen atemberaubenden Platz direkt am Meer mit Privatbucht, sondern auch die Übereinstimmung der Gastgeber mit dem Grundgedanken von AirBnb: verreist nicht nur, sondern seid dort zuhause!

Viele Toursiten unternehmen Ein-Tages-Touren nach Mljet. Kommt erst gar nicht auf diese Idee! Wenn ihr einmal dort seid, möchtet ihr nicht mehr weg! Allein im bereits erwähnten Nationalpark könnt ihr den Flair der Insel komplett aufsaugen. Etliche Fahhradverleihe ermöglichen euch die Erkundung des Parks auf zwei Rädern. Mietet euch das Rad für drei Stunden, das reicht völlig. Sucht euch bei der Umrundung der Seen euren Lieblingsplatz aus und nehmt nach eurer Fahrradtour ein kühles Bad. Ihr dürft überall schwimmen, solange es nicht ausdrücklich verboten ist. Ein Sprung ins plitschernde Nass ist also genauso in eurer Eintrittskarte inkludiert, wie die Bootsüberfahrt zur „Insel auf der Insel“: Sv. Marija. Wir haben einen gesamten Tag dort verbracht und sind fast an jeder Stelle der beiden Seen eingetaucht.

Der darauffolgende Tag allerdings übertraf unsere Erwartungen: Lucija, die übrigens selbst auch im Nationalpark arbeitet, gab uns den Ratschlag um 12 Uhr mittags zur Odysseus Cave zu fahren. Wir erzählten ihr zu Beginn von unserem Vorhaben dorthin zu fahren und sie riet uns diese Uhrzeit an, um den perfekten Lichteinfall zu nutzen. Ich bin ganz ehrlich: als sie uns davon erzählte, dachte ich erst, dass es ziemlich egal sei, um wieviel Uhr man dort erscheint. Au contraire, mon frère! Ich bin mir ziemlich sicher, wenn ihr abends oder früh morgens vorbeischauen würdet, wärt ihr enttäuscht – eben einfach eine Grotte aufzufinden, durch die man hindurchschwimmen kann. Aber um 12 Uhr mittags, zumindest in den Sommermonaten, scheint die Sonne direkt in die Höhle hinein und es entstehen phänomenale Lichtspiele des Wassers. Wenn ihr gerne schnorchelt oder taucht: packt alles ein! Und das Beste an alldem – ihr seid fast komplett allein. Generell kann man nicht sagen, dass Mljet von Touristen überflutet wäre und gerade die Odysseus Cave, die von der Hauptstrasse aus noch eine halbstündige Wanderung vor sich erhebt, stellt nicht das typische Touristenziel dar. In einem kleinen Bretterverschlag überhalb der Grotte werdet ihr zudem mit kühlen Getränken versorgt. Genießt diese Abgeschiedenheit im RobinsonCrusoe-Stil.

(Wir hatten ursprünglich überlegt anstatt zur Odysseus Cave nach Bisevo zur Grotte zu fahren. Falls ihr auch auf den Gedanken gekommen seid: euch erwarten zwei bis drei Fährfahrten: Split-(Hvar)-Vis-Bisevo-Grotte …und wieder zurück. Es kostet je nachdem welchen Weg ihr ansteuert mehr als 200 Euro pP, es wimmelt nur so von Touristen und das Schlimmste: ihr seht dieses azurblaue Wasser und ihr dürft – aufgrund der Masse an Touristen – nicht schwimmen gehen. Harte Fakten, lasst es sacken 😉 )

Im Anschluss (obwohl wir uns mit der Verabschiedung der Odysseus-Cave sehr schwer getan haben) fuhren wir an den Saplunara-Strand und das hat dem Tag dann im positiven Sinne die Krone aufgesetzt. Die Palmwedel-Dächer über den Liegen entland des Strandes verliehen dem Spot ein übersprießendes Hawaii-Gefühl. Verkrümelt euch auch gerne in Waldbereich, bei 40 Grad im Schatten ist es dort stets angenehm kühl. Übrigens ist dieser Strand mit einer Wassertemperatur von 32 Grad im Juli (ich liebe es!) auch für Familien mit Kindern zu empfehlen, da es sich – sehr untypisch für Kroatien – einerseits um einen Sandstrand handelt und er, andererseits, sehr flach ins Wasser verläuft. Und auch als Erwachsener ist das sehr angenehm, zumindest für mich 😉 , einfach mal rumzuplanschen. Schnappt euch eine Luftmatratze und schippert stundenlang vor dem kroatischen Hawaii umher (eincremen nicht vergessen ;)). Aber (!) oberste Regel sobald man in Kroatien schwimmen möchte: Aquaschuhe an! Anfangs vielleicht etwas ungewohnt, aber spätestens am zweiten Tag nicht mehr wegzudenken. Warum Aquaschuhe? – Seeigel! Überall! Selbst an diesem Sandstrand. Also lasst euch euren Urlaub nicht vermiesen. Zudem sind die Schuhe bei Kiesstränden wirklich bequem und erleichtern den Aus- und Einstieg ins Wasser.

Wenn ihr es noch einen Tick verlassener möchtet, kein Problem, fahrt einfach an der Strandbar vorbei auf den Kiesweg hinauf, bis ihr denkt, ihr seid nicht mehr berechtigt dort lang zu fahren und dann trotzdem ca einen Kilometer immer weiter. Dann gelangt ihr auf einen kleinen Parkplatz, von dem aus euch ein angelegter Weg zum nächsten Strand begleitet: Beach Limoni. Da hier das Wasser der Bucht wie in einen Kessel hineinläuft, ist die Wassertemperatur sogar noch ein bis zwei Grad höher als bei Saplunara, allerdings ist das Wasser auch schmutziger, das muss man klar sagen. Sucht’s euch auch, beide Strände sind ideal!

Die übrige Zeit, die wir auf Mljet verbringen durften, verbrachten wir in unserer Unterkunft, dem winzigen „Dorf“ Kozarika und dem eigenen Strand dort. Wenn man schonmal eine solche Perle gefunden hat, muss man das schließlich auch ausnutzen. Wir kochten bis in die Abendstunden und verbrachten den Rest der Zeit auf der Terrasse, im, auf oder am Wasser. Falls ihr es schon in vorangegangenen Berichten gelesen habt, bin ich größter Begeisterung, wenn es darum geht im Urlaub mal allen technischen Schnickschnack beiseite zu legen. Hier auf Mljet seid ihr quasi dazu gezwungen: Internet gibt’s kaum; wenn dann mal in Restaurants. Und auch das Fernsehsignal versagt ab und an mal. Also wer darauf nicht verzichten kann: überlegt’s euch nochmal 🙂 Und wer danach sucht: hier seid ihr genau richtig. Abschalten und die Welt mal hinter sich lassen.

Ich denke, ihr hört schon raus, dass ich mich ein Stück weit in Mljet verliebt habe. Durchaus die gesamte Urlaubzeit der Rundreise hätte ich dort verbringen können – okay, ein, zwei tage für die Plitvicer Seen und die Krka Wasserfälle noch und die verlassenen Hotels südlich von Dubrovnik haben mich auch umgehauen. Naja, okay, eigentlich war die Reise genial so, wie sie war, aber nach Mljet würde ich jederzeit wieder reisen.

Ich hoffe, ich konnte euch von der Insel Mljet genauso begeistern, wie ich es bin und wünsche euch in meinem nächsten Blogbeitrag viel Spaß mit der AREA47, Ötztal, Österreich.

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AREA 47, Ötztal, Österreich
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Unsere Unterkunft
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Unsere Unterkunft
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Unsere Unterkunft – links unten
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Unsere Terrasse
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Eigene Bucht – nur ein paar Stufen entfernt
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Eigene Bucht vor der Unterkunft
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Was eine Atmosphäre für’s Abendessen – vor unserer Unterkunft
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Kozarika
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Früh morgens beim schwimmen: kaum eine Menschenseele, nur ich und das Fischerboot
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Die Fährüberfahrt dauert circa 30 Minuten
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… auf zum Festland
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Moorgebiete findet ihr immer wieder auf der Insel
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…noch ein steiniger Abstieg zur Odysseus Cave
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Odysseus-Cave, nur noch ein paar Felstreppenstufen entfernt
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…nein, das bin ich nicht im Wasser 😉
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Odysseus Cave…so sieht’s aus, wenn ihr durchgeschwommen seid
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Odysseus Cave – prächtiges Farbenspiel
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Odysseus Cave
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Ab ins kühle Nass: auch im Nationalpark dürft ihr schwimmen!
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Nationalpark Mljet
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Nationalpark Mljet
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Fahrradtour durch den Nationalpark
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Hier geht’s lang zum Saplunara Strand
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Saplunara Strand
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Saplunara – herrlich klares Wasser (Unterwasserfoto)
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Hier ist der Weg geebnet zum Beach Limoni
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Beach Limoni

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2 Gedanken zu “Insel Mljet, Kroatien – EUROPA

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